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Date: 2001-09-19

"Sonst haben die Terroristen gewonnen"


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Kurze Zeit nach dem Terror in den USA wurden in Sicherheitskreisen
Forderungen laut, den Lauschangriff im Internet auszudehnen und
die Verschlüsselung von Daten zu verbieten. IT-Sicherheitsexperte
Bruce Schneier widerspricht.

Bruce Schneier gilt als einer der weltweit renommiertesten Experten
auf dem Gebiet der Verschlüsselungstechnologie (Kryptographie). Der
mehrfache Buchautor ist Cheftechnologie beim amerikanischen
IT-Sicherheitsunternehmen Counterpane.

Netzeitung: Herr Schneier, nach den verheerenden Anschlägen auf das
World Trade Center und das Pentagon scheint die Politik bereit, die
zivilen Freiheiten einzuschränken, um den Terror besser bekämpfen
zu können. Die generelle Internet-Überwachung ist nur eine Forderung.
Ist das die richtige Reaktion?

Bruce Schneier: Das glaube ich kaum. Wenn wir das tun, haben die
Terroristen gewonnen. Die Ideale, die wir in Zeiten der Krise
vertreten, definieren uns. Freiheit und Freizügigkeit haben ihren
Preis, das muss uns allen klar sein.

Der US-Volksheld Benjamin Franklin hat einmal gesagt, dass diejenigen,
die essentielle Freiheiten aufgeben, um kurzfristig etwas mehr
Sicherheit zu erlangen, weder Sicherheit noch Freiheit verdienen. Das
gilt auch heute noch.

Netzeitung: US-Bürgerrechtsorganisationen wie die American Civil
Liberties Union (ACLU) oder die Electronic Frontier Foundation (EFF)
sind dennoch derzeit deutlich in der Defensive.

Schneier: Sie müssen auch in diesen schweren Momenten ihren Prinzipien
treu bleiben.

Netzeitung: Die Geheimdienste scheinen auf diese Art von Terrorismus
ziemlich unvorbereitet gewesen zu sein. Wie kam das?

Schneier: Es wäre unfair, die Schlapphüte zu kritisieren, ohne die
vollständige, noch immer geheimgehaltene Geschichte zu kennen. Die
schwerste Aufgabe der Geheimdienste ist heute die Interpretation der
Informationen, die sie bekommen.

Es gibt so viele Daten - Telefonate, E-Mails, Faxe,
Satelliten-Verbindungen - und offenbar nicht genügend Menschen, sie
auch zu lesen. Nachträglich wird man dort sicherlich viel finden. Nur
die Erkennung eines solchen Anschlags im Vorfeld ist schwierig.

Netzeitung: Einige Sicherheitspolitiker fordern nun ein
Verschlüsselungsverbot, damit Terroristen nicht mehr unbeobachtet
kommunizieren können.

Schneier: Man könnte genauso aufgrund der Anschläge dafür plädieren,
Linienflüge oder Hochhäuser zu verbieten.

Ein Krypto-Verbot würde nicht funktionieren. Man kann die Mathematik
nicht kontrollieren, allerhöchstens Verschlüsselungssoftware, die aus
Amerika kommt. Als das Thema das letzte Mal hochkochte, zeigten
Studien, dass es Hunderte von vergleichbaren Produkten aus anderen
Ländern gibt. Und Kriminelle halten sich an kein Gesetz, das ihnen
die Verschlüsselung verbietet.

Gute Kryptographie kann uns sogar helfen, sicherer zu leben. Jede
Restriktion macht unsere immer stärker digitalisierte Infrastruktur
angreifbarer, insbesondere durch Terroristen. Auch das immer wieder
geforderte Hinterlegen so genannter "Nachschlüssel" bei den
staatlichen Behörden ist viel zu komplex und zu risikoreich.


http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=926&item=160656

Für das Web ediert von Ben Schwan
(technology writer, berlin, ben@well.com)


terror und ueberwachung sind geschwister
http//:www.bigbrotherawards.at
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edited by Harkank
published on: 2001-09-19
comments to office@quintessenz.at
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